Donnerstag, Februar 02, 2006

Stefan Niggemeier: Digitale Revolution

Das Problem mit der Art, wie die Medien Interaktivität definieren, ist, daß es immer um kontrollierte Reaktionen auf die Tagesordnung des Mediums geht: Kommt und redet über unser Zeug. Sie wird gestaltet wie ein Museum für Kinder, mit Knöpfen, die man drücken kann und die einen beschäftigen sollen. Das ist die Botschaft, die alle Foren und Chats und Blogs vermitteln, die sich mit den Veröffentlichungen der Medien beschäftigen. Bei Interaktivität geht es um mehr als ums Reagieren. Es geht ums Gestalten. Es geht nicht um kontrollierte Autorität. Es geht um geteilte Autorität.
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In ein paar Jahren wird man auf eine Zeit, in der voraufgezeichnete Fernsehprogramme nur zu einer einzigen, bestimmten Zeit anzusehen waren (und auch dann erschwert durch Werbeunterbrechungen), ähnlich mitleidig zurückschauen wie heute auf Stummfilme oder Fernsehgeräte, die nur ein Programm zeigten. Welchen Grund gibt es, auf die nächste Folge von “Desperate Housewives” eine Woche zu warten? Oder zu verzweifeln, daß man die letzte Folge verpaßt hat? Keinen – in Zeiten von Breitband und verschmelzender Technik von Fernsehern und Computern.
Stefan Niggemeier: Digitale Revolution

(Via wirres.net)

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