Mittwoch, Mai 24, 2006

Musik stehlen

"Musik zu stehlen ... ", so ein Quatsch

Wenn es gestohlen wäre, dann müsste es ja so sein dass die Datei auf dem Server nach dem Download nicht mehr da ist, ist sie aber bekanntlich nicht. Die Datei wurde kopiert und nicht geklaut.

Da hier keinem etwas weggenommen wurde handelt es sich nicht um einen Eigentumsdelikt und nicht um eine Verletzung des im Grundgesetzt geschützten Grundrechts auf Eigentum (auch wenn die Zypris dass noch nicht kapiert hat). Die Behauptung dass es sich um Diebstahl handelt ist deshalb sachlich falsch. Stattdessen ist es eine Verletzung des Urheberrechts. Das Urheberrecht ist ja auch in ganz anderen Gesetzten geregelt als das Eigentum (das vor allem im BGB geregelt ist). Das Urheberrecht ist nicht Gott-gegeben und nicht durch das Grundgesetz geschützt. Es stünde dem Gesetzgeber frei das Kopieren von Musik beliebig zu erlauben, so wie ja auch Witze beliebig weitererzählt werden dürfen (noch).

Das Urheberrecht ist natürlich auch durch das Strafrecht geschützt, aber es gehört nicht zu unseren grundlegenden Werten (anders als das Eigentum) und deshalb bin ich dafür es an die Realitäten und das was für den Verbraucher nützlich ist anzupassen. Auch in anderen Bereichen wurde das was strafbar ist schon angepasst. Beispiele gibt es viele: Verkehrsdelikte (nur noch Ordnungswidrigkeiten), Kiffen (nicht erlaubt, aber straffrei), Homosexualität, ...

Es ist mir ein Rätsel warum in einer Demokratie die Interessen der Verbraucher bei diesem Thema praktisch keine Rolle spielen, und die der Künstler eigentlich auch kaum. Es kann doch nicht sein dass alle unsere Politiker von der Musikindustrie bestochen worden sind.


Ermittler hatten Zugriff auf eDonkey-Server - Heise News-Forum

Kommentare:

zeco hat gesagt…

Ich würde nicht so weit gehen zu überlegen ob unsere Politiker bestochen wurden. Das ist ganz einfach das Werk von Lobbyisten.
Diese nutzen aus, daß die Politiker sich generationsbedingt grade in Sachen Internet überhaupt nicht auskennen und dann gern auf diese "Sachverständigen" hören, die so bereitwillig ihr Gutachten zum Besten geben.

Dazu kommt noch, daß die meisten Politiker einen juristischen Hintergrund haben und deshalb allem nahestehen, was der Anwaltsgilde Arbeit verschafft.

Paul hat gesagt…

So geht das aber nicht. Das war meine Meinung, die du in in deinem Text geschrieben hast. Meinungen sind auch bald durch das Meinungsurheberrecht gedeckt und ich kann dich verklagen ;-)

Absurd was? Wollte nur deinen Punkt nochmal bestätigen.

t-mix hat gesagt…

Meine Meinung? Die hätte ich wohl dazu schreiben sollen.

Also was ist meine Meinung? Soweit zu gehen das die Politiker bestochen sind, würde ich nicht. Ich fand den Forumsbeitrag einfach so gut, das ich ihn komplett zitiert habe. Die Arbeit der Politiker kann durchaus das Resultat ganz normaler Lobbyarbeit sein. Es ist einfach nur schade, das die Bürger scheinbar keine Lobby haben.

Und der wichtigste Punkt war in dem Kommentar (meiner Meinung nach), das immer munter vom "Stehlen" gesprochen wird. Aber eine Urheberrechtsverletztung (die in Wirklichkeit die Verwerterrechte verletzt) hat mit Raub oder Diebstahl soviel zu tun wie Falschparken mit Steuerhinterziehung...

Ich finde Verletzungen des Urheberrechts genauso falsch wie Falschparken. Man sollte dagegen vorgehen aber man sollte die Menschen deshalb nicht kriminalisieren.